Auswahl der Ausrüstung für die Fotografie einer Sonnenfinsternis

Eine totale Sonnenfinsternis dauert nur kurz, doch die Vorbereitung auf ihre Fotografie sollte deutlich früher beginnen. Gute Ausrüstung muss nicht die teuerste Ausrüstung bedeuten. Wichtiger ist, dass sie stabil, getestet und auf die Art von Bildern abgestimmt ist, die du machen möchtest.

Für eine weite Aufnahme mit Landschaft brauchst du ein anderes Set als für eine Nahaufnahme der Sonnenkorona, und wieder ein anderes für die Fotografie durch ein Teleskop. In diesem Ratgeber konzentrieren wir uns auf die Wahl der Ausrüstung: Kamera, Objektiv, Filter, Stativ sowie Nachführmontierungen, die helfen, die Sonne im Bild zu halten.

Sicherheitsfragen sollten in einem eigenen Artikel behandelt werden, aber eine Regel muss bereits hier erscheinen: Für die partiellen Phasen der Finsternis ist ein geeigneter Sonnenfilter erforderlich, der vorne am Objektiv, Teleskop oder Fernglas befestigt wird. NASA betont, dass ein spezieller Filter notwendig ist, um die teilweise verdeckte Sonne zu fotografieren, während der Totalität wird der Filter entfernt, um die Sonnenkorona aufzunehmen.

Welche Kamera sollte man für die Fotografie einer Sonnenfinsternis wählen?

Die beste Kamera für eine Sonnenfinsternis ist eine, die manuell bedient werden kann und Bilder im RAW-Format speichert. Es muss nicht das neueste Modell sein. Wichtiger sind Kontrolle über die Belichtung, die Möglichkeit zur manuellen Fokussierung und eine komfortable Bedienung.

Eine gute Wahl sind:

  • spiegellose Kamera,
  • digitale Spiegelreflexkamera,
  • fortgeschrittene Kompaktkamera mit manuellem Modus,
  • Astronomiekamera, wenn du durch ein Teleskop fotografierst.

Worauf sollte man achten?

Die wichtigsten Funktionen sind manueller Modus, RAW, Live-View, Bildvergrößerung zum Scharfstellen, die Möglichkeit zur Nutzung eines Fernauslösers sowie Belichtungsreihen. Hilfreich ist auch ein klappbares Display, besonders wenn die Sonne hoch über dem Horizont steht.

Ein Smartphone kann gut geeignet sein, um Landschaft, Menschen und die Atmosphäre während der Finsternis zu fotografieren. Für detaillierte Aufnahmen der Sonnenscheibe, der Korona und von Protuberanzen ist eine Kamera mit Teleobjektiv oder Teleskop besser geeignet.

Objektiv für eine Sonnenfinsternis: Welche Brennweite ist die beste?

Die Wahl des Objektivs hängt davon ab, ob du das ganze Ereignis in der Landschaft zeigen oder eine Nahaufnahme der Sonne machen möchtest.

Art der Aufnahme Empfohlene Brennweite Effekt
Landschaft und Menschen während der Finsternis 14-35 mm weiter Bildausschnitt, Atmosphäre des Ereignisses
Finsternis mit einem Himmelsausschnitt 50-135 mm kleine Sonnenscheibe, mehr Umgebung
Sichtbare Sonnenscheibe 200-400 mm guter Kompromiss für Einsteiger
Sonnenkorona und Details 500-800 mm stärkere Vergrößerung
Teleskopische Nahaufnahmen 1000-2000 mm große Scheibe, höhere Anforderungen an die Ausrüstung

Sky & Telescope weist darauf hin, dass für weite Aufnahmen der Totalität sogar ein 50-mm-Objektiv ausreicht, für ein größeres Bild der Sonnenscheibe jedoch ein Teleobjektiv oder Teleskop im Bereich von etwa 500-2000 mm erforderlich ist. Bei einer Brennweite von 1000 mm hat das Bild der Sonne auf einem Vollformatsensor einen Durchmesser von etwa 9,2 mm, was einen guten Bildausschnitt für die Korona ergibt.

Für die meisten Fotografen ist der Bereich von 400-600 mm der beste Kompromiss. Er bietet bereits eine deutliche Vergrößerung, ist aber noch nicht so schwierig nachzuführen wie ein Teleskop mit langer Brennweite.

Lohnt es sich, ein Teleskop statt eines Objektivs zu verwenden?

Ein Teleskop kann hervorragende Ergebnisse liefern, ist aber nicht immer die beste Wahl für die erste Sonnenfinsternis. Es ist weniger handlich, erfordert eine solide Montierung und lässt sich schwerer schnell neu ausrichten. Wenn du eine Flugreise, einen Ortswechsel wegen des Wetters oder das Fotografieren in einer Menschenmenge planst, ist ein Teleobjektiv praktischer.

Ein Teleskop ist sinnvoll, wenn du bereits Erfahrung mit Astrofotografie hast, eine Montierung einstellen kannst und das gesamte Set vorher an der Sonne getestet hast. Zur Finsternis sollte man keine ungeprüfte Konfiguration mitnehmen.

Sonnenfilter für die Kamera: ein unverzichtbares Element

Für die partiellen Phasen der Finsternis brauchst du einen Sonnenfilter, der vor dem Objektiv angebracht wird. Normale Sonnenbrillen, ein beliebiger ND-Filter oder getöntes Glas ersetzen ihn nicht.

Die AAS erklärt, dass die Norm ISO 12312-2 für Filter zur direkten Sonnenbeobachtung gilt, während Filter für Kameras, Teleskope und Ferngläser sicher vor der Optik befestigt und gemäß den Anweisungen des Herstellers verwendet werden müssen.

Für die Fotografie einer Sonnenfinsternis werden am häufigsten verwendet:

  • Sonnenfilterfolie in einer Fassung,
  • Glas-Sonnenfilter,
  • dedizierter Filter für ein Teleskop,
  • spezieller Filter für ein Fotoobjektiv.

Der Filter sollte gut passen und gegen versehentliches Abrutschen gesichert sein. Weitere Einzelheiten sollten in einen separaten Artikel über Sicherheit ausgelagert werden.

Stativ: Spare nicht an der Stabilität

Bei einer Brennweite von 400 mm und länger wird das Stativ genauso wichtig wie die Kamera. Schon ein leichter Windstoß kann das Bild verwackeln, besonders bei längeren Belichtungen während der Totalität.

Ein gutes Stativ für eine Sonnenfinsternis sollte:

  • stabil sein,
  • vibrationsarm sein,
  • sich bequem einstellen lassen,
  • ausreichend hoch sein,
  • mit einem Kopf ausgestattet sein, der präzises Führen des Bildausschnitts ermöglicht.

Für kürzere Brennweiten reicht ein solides Fotostativ. Für lange Teleobjektive oder Teleskope ist ein Kopf mit Feintrieben, eine parallaktische Montierung oder eine Nachführmontierung besser geeignet.

NASA empfiehlt ebenfalls die Verwendung eines Stativs und einer Auslöseverzögerung, da dies Verwacklungen bei schwachem Licht und längeren Belichtungszeiten reduziert.

Nachführmontierung, also Star Tracker: Wird sie für eine Sonnenfinsternis benötigt?

Eine Nachführmontierung, oft Star Tracker genannt, ist ein Gerät, das die Kamera mit einer Geschwindigkeit dreht, die der scheinbaren Bewegung des Himmels nahekommt. Dadurch wandert die Sonne nicht so schnell aus dem Bild, was bei langen Brennweiten eine große Rolle spielt.

Es ist keine zwingend notwendige Ausrüstung, kann die Fotografie einer totalen Sonnenfinsternis aber erheblich erleichtern.

Wann ist eine Nachführmontierung sinnvoll?

Sie ist eine Überlegung wert, wenn du verwendest:

  • ein Teleobjektiv mit 400 mm oder länger,
  • ein Teleskop,
  • ein kleines Gesichtsfeld,
  • eine automatische Bildserie,
  • längere Belichtungen der Sonnenkorona,
  • zwei Kameras und möchtest, dass eine davon möglichst selbstständig arbeitet.

Sky & Telescope weist darauf hin, dass die Sonne bei langer Brennweite schnell aus dem Sichtfeld wandern kann, wodurch der Fotograf wertvolle Sekunden der totalen Phase durch manuelles Nachkorrigieren des Bildausschnitts verliert.

Wie funktioniert eine Nachführmontierung während einer Finsternis?

Die Erde dreht sich relativ zur Sonne einmal in etwa 24 Stunden, wodurch sich Objekte am Himmel im Bildausschnitt bewegen. NASA beschreibt diese Bewegung als Rotation der Erde relativ zur Sonne während 24 Stunden mittlerer Sonnenzeit.

In der Praxis bedeutet das, dass die Sonne bei starker Vergrößerung nicht stillsteht. Bei einem Weitwinkelobjektiv ist das kein großes Problem. Bei 600 mm, 800 mm oder einem Teleskop wird die Verschiebung sehr deutlich.

Eine Nachführmontierung kompensiert diese Bewegung. Richtig eingestellt, hilft sie, die Sonne näher an der Bildmitte zu halten, sodass du dich auf Belichtung, Belichtungsreihen und den Filterwechsel während der Totalität konzentrieren kannst.

Welche Art von Nachführmontierung sollte man wählen?

1. Leichter fotografischer Star Tracker

Das ist die beste Wahl für die meisten Fotografen, die zu einer Sonnenfinsternis reisen. Er ist klein, batteriebetrieben und reicht in der Regel für eine Kamera mit Teleobjektiv aus.

Er eignet sich für Sets wie:

  • Kamera + 200 mm,
  • Kamera + 300 mm,
  • Kamera + 400 mm,
  • leichteres Set mit 500-600 mm, sofern es innerhalb der Tragfähigkeit des Geräts liegt.

Beim Kauf solltest du die reale Tragfähigkeit prüfen, nicht nur den Werbewert. Das Set sollte Kamera, Objektiv, Stativschelle, Kopf, Filterhalterung und gegebenenfalls Fernauslöser umfassen.

2. Parallaktische Montierung

Das ist die bessere Lösung für schwerere Setups, besonders mit Teleskop. Sie ist stabiler und genauer, aber größer, schwerer und langsamer aufzubauen.

Sie lohnt sich, wenn du durch ein Teleskop fotografieren oder eine sehr lange Brennweite verwenden möchtest.

3. Azimutale Montierung mit Antrieb

Eine azimutale Montierung kann visuell bequem und einfacher zu bedienen sein, hat aber bei längeren fotografischen Sitzungen Einschränkungen, unter anderem Feldrotation. Bei kurzen Belichtungen während einer Finsternis kann sie gut funktionieren, für anspruchsvollere Fotografie ist jedoch eine parallaktische Montierung oder ein auf den Himmelspol ausgerichteter Tracker besser.

Worauf sollte man bei der Wahl eines Star Trackers achten?

Die wichtigsten Eigenschaften sind:

Tragfähigkeit mit Reserve

Nutze eine Montierung nicht an der Grenze ihrer Möglichkeiten. Wenn dein Set 3 kg wiegt, ist es besser, einen Tracker oder eine Montierung mit deutlicher Tragfähigkeitsreserve zu wählen.

Sonnen-Nachführmodus

Einige Montierungen haben einen Solar-Rate-Modus, also eine Nachführgeschwindigkeit für die Sonne. Wenn sie diesen nicht haben, kann auch der Sternmodus für die kurze Dauer der Totalität ausreichend sein, doch das sollte vorher getestet werden.

Einfache Ausrichtung bei Tageslicht

Während einer Finsternis lässt sich die Montierung nicht immer auf den Polarstern ausrichten. Nützlich ist die Möglichkeit, die Achse mit Kompass, App, Winkelmesser oder vorherigen Markierungen im Gelände einzustellen.

Stabiler Kopf

Der Schwachpunkt vieler Sets ist nicht der Tracker selbst, sondern der Kugelkopf. Für ein langes Teleobjektiv ist ein solider Fotokopf, ein Kopf mit Feintrieben oder eine Dovetail-Befestigung besser geeignet.

Stromversorgung

Prüfe, ob das Gerät mit Batterien, Akkus oder einer Powerbank betrieben wird. Nimm Ersatz mit. Eine Sonnenfinsternis ist kein guter Moment, um Energie zu sparen.

Einfache Bedienung

Je weniger Knöpfe, Kabel und Einstellungen, desto besser. Während der Totalität zählt Wiederholbarkeit, nicht Experimentieren.

Wie bereitet man eine Nachführmontierung vor der Finsternis vor?

Die wichtigste Regel: Verwende den Tracker nicht zum ersten Mal am Tag der Finsternis.

Mache vor der Reise einige Tests an der normalen Sonne mit Sonnenfilter. Prüfe, wie lange die Sonne bei der gewählten Brennweite im Bild bleibt. Übe das Aufstellen der Montierung, das Kadrieren, den Batteriewechsel und das Starten einer automatischen Bildserie.

Es lohnt sich, vorzubereiten:

  • Markierungen für die Position der Stativbeine,
  • eingestellte geografische Breite an der Montierung,
  • Kompass oder App zur Bestimmung der Nordrichtung,
  • Wasserwaage,
  • Ersatzbatterien,
  • Bedienungsanleitung im Telefon oder ausgedruckt.

Wenn du von einem Ort beobachtest, der bereits am Vortag zugänglich ist, kannst du die Montierung am Abend genauer auf den Polarstern ausrichten und die Positionen der Stativbeine markieren. Diese einfache Lösung spart Stress am Tag der Finsternis.

Braucht ein Einsteiger einen Star Tracker?

Nicht immer. Wenn dies deine erste Sonnenfinsternis ist und du ein Objektiv mit 200-300 mm verwendest, kann ein einfacheres Set besser sein. Ein stabiles Stativ, ein guter Filter, manuelles Kadrieren und ein geübter Ablauf bringen mehr als eine komplizierte Montierung, die du nicht kennst.

Ein Tracker wird sehr nützlich, wenn du mit einem langen Teleobjektiv fotografierst, viele Belichtungen der Korona aufnehmen oder die Bilder nach der Finsternis kombinieren möchtest. Dann ist es sehr wertvoll, während der gesamten Serie einen ähnlichen Bildausschnitt zu halten.

Zweite Kamera: eine sehr gute Idee

Wenn du eine zweite Kamera hast, richte sie auf einen weiten Bildausschnitt ein. Während einer totalen Sonnenfinsternis konzentriert man sich leicht nur auf die Nahaufnahme der Sonne und verpasst dabei Landschaft, Mondschatten, Menschen und das außergewöhnliche Licht am Horizont.

Ein gutes ergänzendes Set:

  • Kamera oder Smartphone,
  • Weitwinkelobjektiv,
  • kleines Stativ,
  • Intervallauslöser oder Timelapse-Modus.

Ein solches Set kann selbstständig arbeiten, während du die Hauptkamera mit Teleobjektiv bedienst.

Zubehör, das man mitnehmen sollte

Meistens werden Fotos nicht durch große Fehler ruiniert, sondern durch Kleinigkeiten: leerer Akku, lockerer Filter, fehlende Schraube oder zu kleine Speicherkarte.

Liste nützlichen Zubehörs:

  • Ersatzakkus,
  • Powerbank,
  • zusätzliche Speicherkarten,
  • Fernauslöser oder Intervallauslöser,
  • Klebeband zur Sicherung des Filters und des Fokusrings,
  • Optiktuch,
  • Sonnenblende oder kleiner Schirm für Schatten,
  • Stirnlampe,
  • Wasserwaage,
  • Inbusschlüssel für die Montierung,
  • zusätzliche Schnellwechselplatte,
  • ausgedruckte Liste mit Einstellungen und Kontaktzeiten.

Das beste Set für die Fotografie einer Sonnenfinsternis nach Erfahrungsniveau

Einfaches Set

Für Personen, die Erinnerungsfotos machen und die Arbeit nicht komplizieren möchten.

  • Kamera oder Smartphone,
  • Weitwinkelobjektiv,
  • Stativ,
  • Sonnenfilter für die partiellen Phasen,
  • App mit den Zeiten der Finsternis.

Mittleres Set

Eine gute Wahl für die meisten Fotografen.

  • Kamera mit RAW,
  • Objektiv 300-600 mm,
  • Sonnenfilter für das Objektiv,
  • solides Stativ,
  • Fernauslöser,
  • Ersatzakkus,
  • optional leichter Star Tracker.

Fortgeschrittenes Set

Für Personen, die die Korona und Details mit starker Vergrößerung fotografieren möchten.

  • spiegellose Kamera oder DSLR,
  • 600-mm-Teleobjektiv oder Teleskop,
  • Sonnenfilter für die Optik,
  • Nachführmontierung oder parallaktische Montierung,
  • Intervallauslöser,
  • vorbereitete Belichtungssequenz,
  • zweite Kamera für einen weiten Bildausschnitt.

Was sollte man nicht kurz vor der Finsternis kaufen?

Kaufe keine komplizierte Ausrüstung in letzter Minute. Eine neue Montierung, ein neues Teleskop oder eine neue Kamera können großartige Ergebnisse liefern, aber nur dann, wenn du ihre Bedienung kennst.

Die riskantesten Käufe kurz vor der Reise sind:

  • erstes Teleskop,
  • erste parallaktische Montierung,
  • ungetesteter Filter,
  • schweres Teleobjektiv ohne stabiles Stativ,
  • billiger Kopf für ein langes Objektiv,
  • zufällige Brillen oder Filter aus unsicherer Quelle.

Besser ist ein einfacheres Set, das fehlerfrei funktioniert, als fortgeschrittene Ausrüstung, die im wichtigsten Moment erst erlernt werden muss.

Zusammenfassung: Welche Ausrüstung sollte man für die Fotografie einer Sonnenfinsternis wählen?

Die beste Ausrüstung für die Fotografie einer totalen Sonnenfinsternis ist die, die zu deiner Erfahrung und zum geplanten Bildausschnitt passt. Für weite Aufnahmen reichen Kamera, Objektiv und Stativ. Für Nahaufnahmen brauchst du ein Teleobjektiv, eine stabile Befestigung und einen Sonnenfilter. Bei langen Brennweiten wird eine Nachführmontierung sehr nützlich, da sie die Sonne im Bild hält und ein ruhigeres Fotografieren der Totalität ermöglicht.

Am wichtigsten ist jedoch das vorherige Testen. Übe mit dem gesamten Set vor der Finsternis, prüfe Bildausschnitt, Fokus, Stabilität, Filter und Stromversorgung. Am Tag des Ereignisses sollte die Ausrüstung nur noch ein Werkzeug sein, nicht ein Problem, das gelöst werden muss.
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